
Bildfahrplan Hurtigruten Winter 2009/2010
Schiffsbegegnungen
Hurtigruten
Die Hurtigruten wurden von einer privaten Reederei gegründet und fuhren erstmalig 1893 zwischen Trondheim und Hammerfest. Die erste regelmäßige Postverbindung zwischen Süd- und Nord-Norwegen war dem Einsatz des erfahrenen Kapitäns Richard With zu verdanken. Zusammen mit einigen Lotsen hatte er über Jahre hinweg akribisch über die Fahrten durch die Gewässer entlang der norwegischen Küste Buch geführt. Er traute sich als erster zu, die Strecke bis nach Hammerfest auch bei Nacht zu fahren - Voraussetzung für die staatlichen Subventionen, ohne die sich eine Postschiffverbindung nicht finanzieren ließ.
Am 2. Juli 1893 machte sich die "D/S Vesterålen" unter Kapitän Richard With auf den Weg nach Hammerfest. Damit änderte sich das Leben für die Bewohner in der unwegsamen Küstenregion Nordnorwegens gewaltig. Die Hurtigruten prägten und einten das Land. Der beschwerlichere Landweg konnte nun vermieden werden. Schon fünf Jahre später wurde die Strecke nach Süden bis Bergen verlängert, und 1911 wurde Kirkenes als nördlicher Endpunkt festgelegt. Auch heute noch trägt der Liniendienst die Ehrenbezeichnung "Reichsstraße Nr.1".
Viele Jahrzehnte lang waren die Hurtigruten vor allem im Winter für einige Ortschaften die einzige Versorgungsmöglichkeit und wurden deshalb staatlich subventioniert. Durch die Ausweitung des Straßennetzes und die bessere Erreichbarkeit mit Flugzeugen nahm die wirtschaftliche Bedeutung der Hurtigruten allerdings ab, so dass heute der Tourismus die größere Rolle spielt. Da der norwegische Staat immer wieder die Subventionen in Frage stellt, versuchen die an den Hurtigruten beteiligten Reedereien durch den Einsatz moderner Kreuzfahrtschiffe den Ansprüchen einer größeren Zahl von Touristen gerecht zu werden, um so die Einnahmeausfälle durch zusätzliche Passagiere zu kompensieren. In der Winterzeit ist die Auslastung der Schiffe aber so gering, dass die Hurtigruten jedes Jahr Verluste verzeichnen. Nach wie vor transportieren die Hurtigrutenschiffe auch Fracht und Pendler von Hafen zu Hafen. Zuletzt wurden die Subventionen bis 2006 verlängert.
Richard With - Eine Biographie
Der Vater
Sowohl die Großeltern und die Eltern von Sivert Regnor With (Mutter - Anne Birgitte Dahl) waren Schiffer. Der Vater kommt 1832 nach Tromsø und wird der erste Bürger der Stadt, der diesen Beruf ausübt. 1838 führt er das Segelschiff "Alexander" zum Eismeerfang und danach zu Auslandsfahrten. 1847 übernimmt er das neu gebaute Schiff D/S Polarstjernen, das ebenfalls viel im Ausland unterwegs ist. Sehr oft waren Passagiere an Bord. Für die meisten war eine Sache beeindruckend, wie der gerade achtmonatige alte Sohn Richard an Deck krabbelte.
Richard With

Graduiert an Lehrerhochschule in Tromsø. In den Sommerferien ist er immer auf dem Schiff seines Vaters und reiste zwischen Vardø und Bergen.
In Trondheim macht er das Steuermannexamen.
Die nächsten 8 Jahre kommt er viel in der Welt herum und heuert auf verschiedenen Schiffen an. Als erster Gehilfe auf einem Segelschiff, als Schiffer auf einer finnischen (Bark), als Führer eines Dampfschiffes auf dem Fluß La Plata, während des Krieges zwischen Brasilien und Paraguay.
1873 kehrt er nach Norwegen zurück und wird Mitglied der Handels- und Expeditionsvereinigung in Risøyhamn, Andøya.
Am 23. September 1880 heiratet er Augusta Sophie Wennberg (1847 geboren) in Dverberg, Nordland. Die Ehe hat vier Kinder zwischen 1874 und 1879. Anne, Richarda, Helga und Sophus.
1875 bittet Richard With die norwegische Regierung, die Baggerarbeiten an der Risøyrenna zu finanzieren.
Die Gründung der VDS
Während der großen Heringsjahre ist er mit einem kleinen Schiff mehrere Wochen zwischen den Lofoten, den Vesterålen und Senja unterwegs und macht damit ein Gewinn von 17000 Kronen. Mit diesem Geld fährt er im Herbst 1881 südwärts und kauft in Ålesund das Dampfschiff D/S Arendal, von der Arendals Dampskibsselskab A/S, für 20000 Kronen. Das Geld wird sofort bezahlt. Der fehlende Teil wird von dem alten Nyksunder Olaus aufgebracht. Der steckte in die noch nicht gegründete Dampfschiffgesellschaft 10000 Kronen.
Mit dem Kauf des Dampfschiffes, wird am 10. November 1881 die Vesteraalske Dampskibsselskab A/S (VDS) gegründet. Die D/S Arendal wird in D/S Vesterålen umbenannt. In den folgenden Jahren baute er die schlechte Verbindung der Vesterålen zu den Südstädten aus.
1887 beauftragte R. With eine Werft mit dem Bau der D/S Lofoten. Im gleichen Jahr kauft die VDS die D/S Fiskerie. Die VDS ist nun wöchentlich zwischen den Lofoten, den Vesterålen und Senja unterwegs. Die Anschaffung der D/S Lofoten ist ein Signal der VDS an die anderen Gesellschaften, für eine schärfere Konkurrenz. Hauptsächlich der BDS und NFDS.
1888 ziehen die beiden Familien With und Holte nach Bergen. Man nimmt an, dass auch die restlichen Besatzungsmitglieder der Schiffe der VDS mit nach Bergen zogen. Ab Bergen bietet die Reederei Frachtguttransporte an, ab und zu fahren einige Passagiere mit.
1889 verkaufte er die D/S Vesteraalen und bestellte ein neues Schiff, das sich für seine Idee besser eignete.
Im Januar 1891 wird das neue Schiff von der Akers Mekaniske Verksted in Christiana geliefert. Es bekommt den gleichen Namen, wie das alte Schiff. Die VDS hat jedoch einen großen Verlust. Ihr Lotse Andreas Holte geht von Bord. Er hatte ein Angebot von Richard Kaarbø aus Harstad, als Kapitän, eingestellt bei der Haalogalunds DS. Richard Kaarbø ist Geschäftsführer der Reederei. Die Familie Holte zieht im Frühjahr 1892 wieder zurück nach Kasfjord.
Die Hurtigrute
1891 startete das Innenministerium eine Ausschreibung, für eine Schnellverbindung zwischen Trondheim und Vadsø und stiftete einen Betrag von 150.000 Kronen für die Gesellschaft, die zweimal in der Woche zwischen Trondheim und Svolvær eine Verbindung aufrecht erhält, die nicht länger als 48 Stunden braucht. Noch in den 80ziger Jahren brauchten kombinierte Post- und Passagierschiff zwischen Trondheim und Svolvær 4 bis 5 Tage, dazu kommt die Verspätung während der Winterzeit, die bei schlechtem Wetter mehrere Tage dauern kann. Des Weiteren sollen die Schiffe eine Fahrt von 11 bis 12 Knoten halten können und eine Einrichtung für den Passagier- und Postverkehr haben. Auch ein Kühlraum für Frischfisch sollte vorhanden sein.
1892 reist Gran in den Norden, unterhält sich mit den Behörden und sucht Auskünfte beim Gewerbetreibenden Volk. Er trifft auch mit Richard With zusammen. With ist beim Gespräch mit Gran nicht abgeneigt. Richard With hält dagegen, dass er nur ein Schiff stellen kann. Aus diesem Grund ist es für die VDS nicht möglich, zwei Fahrten in der Woche anzubieten. Gran fährt zurück nach Christiana (heute Oslo) und erarbeitet nach den Erfahrungen einen neuen Entwurf. Diesen legt er dem Ministerium vor.
Gran lädt Richard With im Herbst 1892 nach Christiana ein. Er hat den Auftrag seinen Plan für die Schnellverbindung (Hurtigruten) vorzulegen. Dort kommt er erneut ins Gespräch mit August Kriegsmann Gran und dem Chef des Innenministeriums Konow. Bei diesen Gesprächen stellt er seine Erfahrungen als Dampfschiffführer der letzten 10 Jahre vor. Er ist sogar der Auffassung, dass die Verbindung zwischen Trondheim und Svolvær innerhalb von 36 Stunden möglich ist. Gran und Konow sind skeptisch.
Am 02. Juli 1893 unternimmt er mit der D/S Vesterålen, die erste Hurtigrutefahrt. Er selbst ist bis 1894 Kapitän auf diesen Schiff.
1895 wird er zum Ritter des Sanct Olavs Orden ernannt.
Von 1896 eröffnet er die sommerliche Touristenroute von Tromsø nach Spitzbergen (bis 1899) und gründet gleichzeitig die Vesteraalens Turistforening. 6 Touren gibt es 1906, alle werden geführt vom Kapitän Otto Sverdrup. In der Adventbay baut die VDS ein Hotel.
1898 wird die Touristenroute nach Spitzbergen eingestellt. Das Hotel wird an die Kohleabbaufirma verkauft.
In den Jahren bringt er viele neue Ideen und Sachen in den Alltag der Bewohner der Küste. Er gründet eine Schwimmschule für Jungen. Er war auch der Meinung, dass zukünftige Fischer eine theoretische Ausbildung brauchen. Mit diesen Gedanken setzte er die Bildung einer Navigationsschule in Stokmarknes in Gang.
1906 wird die Touristenroute nach Spitzbergen erneut eröffnet.
Im Jahre 1908 legt er den Vorsitz bei der VDS ab und verlässt die Reederei. Er bekommt eine jährliche Pension von 8000 Kronen. Den gleichen Betrag hatte er auch als Direktor der VDS.
Neue Ideen werden verwirklicht
1909 zieht er nach Oslo. Er hat neue Ideen. Eine Linie von Norwegen nach Amerika ("Den Norske Amerikalinje", kurz "NAL" genannt). In Oslo sucht er nach Gleichgesinnten. Anschließend folgt sein erster Aufenthalt in Amerika. Mit der Empfehlung des Parlaments, der Regierung und des (Nordmannforbundet) sucht er auch dort nach Interessenten für diese Linie. In Zusammenarbeit mit dem norwegischen Konsul organisiert er dort die Aktienzeichnung und das mit einem guten Resultat. Eine Gesellschaft wird gegründet. Richard With wird 1910 zum Vorsitzenden der Gesellschaft gewählt. Diese Tätigkeit übt er 3 Jahre aus.
Von 1910 bis 1912 ist er Parlamentsrepräsentant in Oslo.
Er wird für 6 Jahre Vorsitzender der Seemannsvereinigung.
Am 25. Juni 1922 ist die feierliche Übergabe der Risøyrenna. Er ist für diese Tour Kapitän der D/S Finnmarken. An Bord der König. Über 400 Schiffe sind dabei, festlich geschmückt, durchfahren sie die neue Fahrrinne zu den Vesterålen. Die D/S Finnmarken befindet sich auf normaler Hurtigrutefahrt.
Am Ende der zwanziger Jahre geht er in den Ruhestand.
Am 09. Februar 1930 stirbt er in Oslo.
Linienweg
von Süd nach Nord werden folgende Häfen angelaufen:
1. Tag: Bergen (im Sommer um 20:00 Uhr, im Winter um 22:30 Uhr)
2. Tag: Florø - Måløy - Torvik - Ålesund - Geiranger (nur im Sommer) - Molde - Kristiansund
3. Tag: Trondheim - Rørvik
4. Tag: Brønnøysund - Sandnessjøen - Nesna - Ørnes - Bodø - Stamsund – Svolvær
5. Tag: Stokmarknes - Sortland - Risøyhamn - Harstad - Finnsnes - Tromsø – Skjervøy
6. Tag: Øksfjord - Hammerfest - Havøysund - Honningsvåg - Kjøllefjord - Mehamn – Berlevåg
7. Tag: Båtsfjord - Vardø - Vadsø - Kirkenes
In Kirkenes ist Wendepunkt der Hurtiruten-Schiffe. Ab hier geht es von Nord nach Süd:
7. Tag: Kirkenes - Vardø - Båtsfjord - Berlevåg
8. Tag: Mehamn - Kjøllefjord - Honningsvåg - Havøysund - Hammerfest - Øksfjord - Skjervøy – Tromsø
9. Tag: Tromsø - Finnsnes - Harstad - Risøyhamn - Sortland - Stokmarknes - Svolvær - Stamsund
10. Tag: Bodø - Ørnes - Nesna - Sandnessjøen - Brønnøysund - Rørvik
11. Tag: Trondheim - Kristiansund - Molde
12. Tag: Ålesund - Torvik - Måløy - Florø – Bergen
Ankunft: 14.30 Uhr in Bergen.
Der Fahrplan ist so eingerichtet, dass in den Häfen, die auf der Fahrt nordwärts tagsüber angelaufen werden, auf der Fahrt gegen Süden in der Nacht Halt gemacht wird und umgekehrt.
In den größeren bzw. (auch touristisch) wichtigeren Ortschaften (Bergen, Ålesund, Trondheim, Bodø, Tromsø, Hammerfest, Honningsvåg und Kirkenes) wird anderthalb bis 6 Stunden Halt gemacht, in den anderen Orten nur jeweils 15 bis 30 Minuten.
Reedereien der Hurtigruten
Seit der Gründung der Hurtigruten haben 8 Reedereien die Hurtigruten betrieben. Zuletzt sind nur noch zwei Reedereien übrig geblieben, die TFDS und die ODS/OVDS. Hier die Reedereien:
TFDS - Troms Fylkes Dampskibsselskap A / S (1979 - 2006)
ODS/OVDS - Ofotens og Vesteraalens Dampskibsselskap A / S (1936 - 2006)
VDS - Vesteraalske Dampskibsselskab (von 1893 bis 1988, Fusion mit ODS)
BDS - Bergenske Dampskibsselskab (1894 - 1979)
NFDS - Nordenfjeldske Dampskibsselskab (1895 - 1989)
DSDS - Det Stavangerske Dampskibsselskab (1919 - 1979)
NDS - Nordlandske Dampskibsselskab (1945 - 1958)
FFR - Finnmark Fylkesrederi og Ruteselskap A / S (1988 - 1996)
HGRA - Hurtigruten Group A/S (ab 2006)
Die Hauptversammlungen der Hurtigruten Reedereien Troms Fylkes Dampskibsselskab (TFDS) und Ofotens og Vesteraalens Dampskibsselskab ASA (OVDS) haben am 19.12.2005 der Fusion der beiden Gesellschaften zugestimmt. Dabei wurde die Wahl neuer gemeinsamer Aufsichtsratsmitglieder beschlossen. Am 01 März 2006 übernahm die neue Gesellschaft die Geschäfte. Mitte März 2006 erhielt MS Finnmarken als erstes Schiff der fusionierten Reederei die neue Schornsteinbemalung: schwarz mit einem stilisierten weißem H auf rotem Grund.

Hovedkontor
Hurtigruten Group ASA
Postboks 43 N-8501 Narvik
Besøksadresse: Havnegata 2
www.hurtigruten.no
Schiffe der Hurtigruten
Für eine Abfahrt jeden Tag werden 11 Schiffe benötigt. Im Einsatz sind zur Zeit 13 Schiffe; die MS Lofoten ersetzt im Winter die MS Nordnorge, die MS Lyngen ersetzt im Winter die MS Nordkapp, die dann beide als Kreuzfahrschiff in den Gewässern der Antarktis und vor Chile fahren
.
Hier die Schiffe:
MS Midnatsol (Baujahr: 2003, BRZ: 16.000, 1.000 Passagiere, Länge 135,75 m, Breite 21,5 m, 9 Decks)
MS Trollfjord (Baujahr: 2002, BRZ: 16.000, 823 Passagiere, Länge 135,75 m, Breite 21,5 m, 9 Decks)
MS Finnmarken (Baujahr: 2002, BRZ: 15.000, 1.000 Passagiere, Länge 138,5 m, Breite 21,5 m, 8 Decks)
MS Polarlys (Baujahr: 1996, BRZ: 12.000, 737 Passagiere, Länge 123,0 m, Breite 19,5 m, 8 Decks)
MS Nordkapp (Baujahr: 1996, BRZ: 11.386, 691 Passagiere, Länge 123,3 m, Breite 19,5 m, 7 Decks)
MS Nordlys (Baujahr: 1994, BRZ: 11.200, 691 Passagiere, Länge 121,8 m, Breite 19,2 m, 7 Decks)
MS Richard With (Baujahr: 1993, BRZ: 11.205, 691 Passagiere, Länge 121,8 m, Breite 19,2 m, 7 Decks)
MS Kong Harald (Baujahr: 1993, BRZ: 11.200, 691 Passagiere, Länge 121,8 m, Breite 19,2 m, 7 Decks)
MS Nordnorge (Baujahr: 1997, BRZ: 11.386, 691 Passagiere, Länge 123,3 m, Breite 19,5 m, 7 Decks)
MS Vesterålen (Baujahr: 1983, BRZ: 6.261, 560 Passagiere, Länge 108,6 m, Breite 16,5 m, 7 Decks)
MS Narvik (Baujahr: 1982, BRZ: 6.257, 500 Passagiere, Länge 108,6 m, Breite 16,5 m, 7 Decks)
MS Lyngen (ehem. Midnatsol, Baujahr: 1982, BRZ: 6.257, 500 Passagiere, Länge 108,6 m, Breite 16,5 m, 7 Decks)
MS Lofoten (Baujahr: 1964, BRZ: 2.621, 399 Passagiere, Länge 87,4 m, Breite 13,5 m, 5 Decks)
Foto: TFDS